Die nachfolgenden Behandlungen beinhalten ein zweistufiges Modulationsprinzip; wobei die erste Stufe (=Sequenz) i.d.R. einen reinen neuralen Ansatz verfolgt („Ruhe schaffen”) und die zweite Stufe (=Sequenz) gezielt therapeutisch in das neuro-muskuläre Zusammenspiel eingreift. Die zweite Stufe kann so therapeutisch sinnvoll auch einige Male in derselben Sitzung nacheinander angewandt werden – sogar bis zu einer Stunde.

Die abgebildeten Behandlungskarten zeigen die Elektrodenplatzierung und die Einstellung der einzelnen Modulationssteller graphisch an.
Die jeweilige für die Indikation bzw. für das Therapieziel relevante Einstellung der Steller wird nun gemäß der Markierungen vorgenommen, die auf den Behandlungskarten angegeben sind.

Die Intensität kann so eingestellt werden, daß die jeweilige Strom-Lampe leuchtet, oder nach Gefühl auch stärker.
Leerer Kreis: Einstellung für die 1. (Start-)Sequenz der Behandlung
Vollfarbiger Kreis: Einstellung für die 2. Sequenz der Behandlung

Zu Beginn der Behandlung alle Steller auf 1. Sequenz – bzw. wenn markiert auf die Start-Sequenz – stellen und dann mit Therapiestärkesteller anschalten. Nach Ablauf der Behandlungszeit (Piepton) das Gerät abschalten und die notwendigen Steller neu auf die Markierungen der Folgesequenz stellen. Danach das Gerät erneut anschalten. Die letzte Sequenz kann – wenn notwendig – direkt folgend noch einmal wiederholt werden.

Elektrodenplatzierung

Die Elektroden müssen mindestens 2 cm Abstand zueinander haben. Es sollen möglichst große Elektroden verwendet werden, da es sich um eine tiefenwirksame Volumendurchströmung handelt. Das zu behandelnde Areal liegt dabei stets unter und zwischen beiden Elektroden; d.h. die Elektroden sind möglichst mit etwas Abstand distal und proximal des zu sanierenden oder therapierenden Areals zu platzieren.

Arthroseschmerz

Behandelbar sind die Gelenk- und Gelenkanhangsaffektionen mit ihren muskulären Dysbalancen:

  • Artikulärte Schmerzzustände
  • Degenerative Gelenksprozesse
  • Aktivierte Arthrosen / Arthritiden
  • Funktionsstörungen im Muskelmantel der Gelenke
Beispiele:

HD, ED, Schale, Podotrochlose, Sesamoidose

Elektroden-Platzierung

Mittlere Elektroden wählen und diese im Sinne einer Quer-Durchströmung platzieren. Das pathologische Areal / Volumen befindet sich stets zwischen beiden Elektroden.

COPD

Behandelbar sind vegetativ-muskuläre Dysbalancen mit ihren reflektorischen Spasmen:

  • obstruktive Atemwegserkrankungen (z.B. COPD, Asthma)
  • vegetativ bedingte Verspannungen
  • vegetative Überlastungssyndrome
Elektroden-Platzierung

Mittlere bis große Elektroden wählen und diese im Sinne einer Quer-Durchströmung platzieren. bei Atemwegserkrankungen Elektroden rechts und links im hinteren Bereich des Brustkorbs platzieren,
sonst sollte das zu behandelnde Areal zwischen den Elektroden sein.Das pathologische Areal ist stets unter beiden Elektroden.

Distorsionen

Behandelbar sind die Bindegewebstraumata mit und ohne Exsudationen und Hämatomen:

  • Distorsionen des Gelenkapparates
  • Ligamentäre Kontusionen
  • Partielle Rupturen an Muskelfaseransätzen
Elektroden-Platzierung

Mittlere Elektroden wählen und diese im Sinne einer Quer-Durchströmung, bei Muskelschäden Längsdurchströmung im Faserverlauf platzieren. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

HWS-Syndrom

Behandelbar sind neuromuskulärer Hartspann radikulärer oder pseudoradikulärer Genese bzw. projizierte Muskeldysbalance:

  • Hals- / Nackenmuskel-Hartspann
  • Schiefhals (Tortikollis)
  • Headshaking
Elektroden-Platzierung

Mittlere Elektroden wählen und diese im Sinne einer Quer-Durchströmung platzieren. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Lymphdrainage

Behandelbar sind alle lokalen Störungen des Lymphflusses und der Mikrozirkulation im Volumen und zur
Regeneration nach außergewöhnlicher Belastung:

  • Lymphostatische Ödeme
  • Stauungen entzündlicher Exsudate
  • Chronische Ödeme mit Gewebsindurationen
Elektroden-Platzierung

Große Elektroden wählen und diese im Sinne einer großflächigen Volumen-Durchströmung platzieren ggf. auch bilateral mit 3er-Kabel. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Muskelatrophie

Behandelbar sind funktionell, lokal oder zentral bedingten Erschlaffungen und Funktionsstörungen der Muskulatur beider Fasertypen:

  • Inaktivitätsatrophie
  • Posttraumatische Atrophie
  • Tonuserhaltung bei schlaffer Lähmung
  • Unterstützung bei Paresen
Elektroden-Platzierung

Mittklere bis große Elektroden wählen und diese im Sinne einer Volumen-Durchströmung des Muskelkörpers weit distal und proximal platzieren. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Muskelverspannung

Behandelbar sind alle ursächlich myogenen, neuromuskulären oder reflektorischen Verspannungen der Skelettmuskulatur:

  • Muskulärer Hartspann
  • Reflektorische Verspannungen
  • Muskeldysbalancen
Elektroden-Platzierung

Mittlere bis große Elektroden wählen und diese im Sinne einer großflächigen Volumen-Durchströmung des Muskelkörpers weit distal und proximal platzieren und den Muskel im Faserverlauf durchströmen. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Myalgien

Behandelbar sind die lokalen Muskelschmerzen degenerativer, entzündlicher oder mikrotraumatischer Genese:

  • Fibromyalgie
  • Myofaszial-Syndrom
  • Myogelosen
  • Myalgien
  • Tying up syndrom etc.
Elektroden-Platzierung

Große Elektroden wählen und diese im Sinne einer Volumen-Durchströmung des Muskel- und Weichteilkörpers weit distal und proximal bzw. beidseitig lateral platzieren – ggf. auch eine Anlage im segmentalen Verlauf. Bei Myogelosen und Triggerpunkten wird die lokale Verwendung der Kugel- oder Rollelektrode empfohlen.
Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Paresen

Behandelbar sind die resultierenden Atrophien bei Neuritiden, Wurzelirritationen oder Nervenkompressionen:

  • Cauda Equina Syndrom
  • Radialislähmung,
  • Ataxien,
  • Paresen
Elektroden-Platzierung

Große Elektroden wählen und diese im Sinne einer Volumen-Durchströmung des nervalen Zielareals im segmentalen Verlauf platzieren. Sind beide Hintergliedmaßen betroffen, wird die Nutzung eines 3er-Kabels ggf. unter funktioneller Bewegung empfohlen. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Regeneration

Behandelbar sind die Mikrotraumata und Mikroödeme nach sportlicher Belastung inkl. Entzündungsreaktion und die
Ansammlung unerwünschter Stoffwechselprodukte. Blutzirkulation und Lymphfluss werden gefördert, die Gewebsernährung verbessert und Muskelverhärtungen vorgebeugt.

  • Förderung der RegenerationPeriarthropathien
Elektroden-Platzierung

Große Elektroden wählen und diese im Sinne einer Quer-Durchströmung platzieren. Die Anwendung des 3er-Kabels wird empfohlen. Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Reintegration

Wiedererlernung und Stärkung von Bewegungsabläufen mit funktioneller Reorganisation des Gehirns bei Paresen und Ataxien.

Elektroden-Platzierung

Nutzung eines 3er-Kabels. Eine Elektrode auf der HWS und zwei FlexiTroden an den Vorder- oder Hintergliedmaßen
unter funktioneller Bewegung.

Überlastungsläsionen

Behandelbar sind die muskulär-entzündlichen Irritationen aufgrund von Dauerüberlastungen.

  • Überlastung des Band- und Kapselapparates,
  • Tendopathien,
  • chronische Ligamentschäden,
  • Kreuzbandschäden
Elektroden-Platzierung

Längsdurchströmung

Spastiken

Behandelbar sind Spastiken der Muskulatur verschiedener Genese. Durch diese Modulationsform wird der natürliche
Grundtonus der Muskulatur quasi-physiologisch erhalten bzw. wieder hergestellt.

Elektroden-Platzierung

Durchströmung des betroffenen Areals mittels großen Elektroden – ggf. auch bilateral mit 3er-Kabel mit FlexiTroden.

Weichteilläsionen

Behandelbar sind die trophischen und penetrativen Wundheilungsstörungen im Gewebevolumen:

  • Prellungen, Quetschungen
  • Hämatome
  • Akute Schwellungen und Ödeme
  • Narbenschmerzen und –irritationen
  • Wundheilungsstörungen
  • Paresen, wenn Ursache ein Hämatom oder Ödem
Elektroden-Platzierung

je nach Lage und Art der Erkrankung eine Quer- oder Längsdurchströmung wählen. Zur Narbenbehandlung empfiehlt sich auch besonders die Roll- bzw. KugeIkopf-EIektrode.
Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.

Wirbelsäulen-Syndrom

Behandelbar sind die neuromuskulären Affektionen bei Wurzelirritationen und resultierendem Hartspann bzw. Muskeldysbalancen.

  • Discopathie
  • Kreuzdarmbeinläsion
  • Spondylose
  • Cauda Equina Syndrom
  • Lumbosakrales Wurzelirritationssyndrom
  • BWS/LWS Syndro
  • Kissing spines
Elektroden-Platzierung

Mittlere bis große Elektroden wählen und paravertebral im Sinne einer Quer- ggf. auch Längsdurchströmung platzieren
Das pathologische Areal ist unter und zwischen beiden Elektroden.